Ohne Anstehen buchbar Briefe an Julia – Der Club di Giulietta beantwortet 50.000 pro Jahr
Die Freiwilligenorganisation, die seit 1937 aus aller Welt an Julia gerichtete Liebesbriefe beantwortet. Wie sie funktioniert, was Sie schreiben können, und der Film von 2010.
Seit fast 90 Jahren beantwortet der Club di Giulietta in Verona Liebesbriefe, die an 'Julia' adressiert sind. Die Freiwilligenorganisation erhält jährlich rund 50.000 Briefe aus aller Welt; jeder erhält eine persönliche Antwort. Diese Tradition war das Thema des Films 'Briefe an Julia' von 2010 mit Amanda Seyfried. Hier erfahren Sie, wie der Club tatsächlich arbeitet.
Die Ursprünge des Clubs
Die ersten Briefe an Julia wurden im frühen 20. Jahrhundert einfach an „Julia, Verona“ adressiert. Der damalige Verwalter der (noch privaten) Casa di Giulietta, Ettore Solimani, begann 1937, diese informell zu beantworten. Nach seinem Tod wurde die Tradition von verschiedenen Veroneser Bürgern fortgeführt.
Der Club di Giulietta wurde 1972 offiziell als Freiwilligenorganisation gegründet. Etwa 20–25 Freiwillige (Giuliette) beantworten Briefe in mehreren Sprachen – Italienisch, Englisch, Französisch, Spanisch, Deutsch, Portugiesisch, Japanisch, Russisch. Jede Freiwillige hat ein Spezialgebiet oder eine geografische Region; erfahrene Giuliette beantworten 200–500 Briefe pro Jahr. Die Arbeit ist unbezahlt; die Freiwilligen sind Frauen (und neuerdings auch Männer) unterschiedlichen Alters, die sich von der literarischen Romantik der Idee angezogen fühlen.
Wie schreibt man an Julia?
Adresse: Club di Giulietta, Via Galilei 3, 37133 Verona, Italien. Oder einfach „Julia, Verona“ – die italienische Post kennt die Adresse. Auch E-Mails werden akzeptiert: [email protected]. Sprachen: die meisten großen europäischen Sprachen sowie Japanisch; Englisch ist am häufigsten. Die meisten Briefe handeln von Liebeskummer (etwa 60–70 % der Korrespondenz), aber auch andere Themen wie Lebensberatung, familiäre Schwierigkeiten und reine Fanpost sind vertreten.
Die Antworten werden in der Sprache des eingegangenen Briefes verfasst. Sie sind persönlich – keine Standardbriefe –, auch wenn die Freiwillige selbstverständlich keine professionelle Beratung bieten kann. Der Club wurde gelegentlich für naive Ratschläge kritisiert, doch Befürworter argumentieren, dass der Wert darin liegt, dass sich jemand die Mühe macht zu antworten, nicht in der Qualität des Ratschlags selbst. Viele, die schreiben, berichten, dass die Antwort überraschend bedeutungsvoll für sie war.
Der Film von 2010 und seine Wirkung
Der Film „Letters to Juliet“ aus dem Jahr 2010 mit Amanda Seyfried und Vanessa Redgrave nutzte den Club di Giulietta als zentrales Handlungselement – eine junge Autorin schließt sich den Freiwilligen an und findet einen 50 Jahre alten Brief, der zu einer Suche wird. Der Film ist fiktiv, der Club jedoch real. Das Briefaufkommen stieg nach dem Film deutlich an: Der Club erhielt vor 2010 etwa 20.000 Briefe pro Jahr, heute sind es 50.000.
Die Tourismusbehörden Veronas schätzen, dass die Besucherzahlen der Casa di Giulietta in den Jahren nach dem Film um 30 % gestiegen sind. Das Phänomen „Letters to Juliet“ ist inzwischen Teil des Besuchererlebnisses der Casa di Giulietta – die Casa hat eine Wand im Innenhof, an der Besucher kleine Liebesbotschaften hinterlassen, die oft für soziale Medien fotografiert werden.
Häufig gestellte Fragen
Wie kann ich einen Brief an Julia schreiben?
Adresse: Club di Giulietta, Via Galilei 3, 37133 Verona, Italien. Oder „Julia, Verona“ – die italienische Post kennt die Adresse. Auch E-Mails werden akzeptiert: [email protected]. Mehrere Sprachen werden akzeptiert; Englisch ist am häufigsten.
Beantwortet der Club di Giulietta die Briefe wirklich?
Ja – etwa 20–25 Freiwillige (Giuliette) beantworten rund 50.000 Briefe pro Jahr. Jede Antwort ist persönlich und in der Sprache des Originalbriefs verfasst. Die Freiwilligen arbeiten unbezahlt; erfahrene Freiwillige beantworten 200–500 Briefe pro Jahr.
Wie lange dauert es, bis man eine Antwort erhält?
Mehrere Wochen bis mehrere Monate, je nach Briefaufkommen und Thema. Rund um den Valentinstag und die Veroneser Tourismussaison kann der Rückstand zwei bis drei Monate betragen. Der Club bemüht sich, jeden Brief zu beantworten, jedoch geht ein kleiner Prozentsatz bei der Post verloren.
Befindet sich der Club di Giulietta in der Casa di Giulietta?
Nein – der Club hat eine eigene Adresse (Via Galilei 3 in Verona). Die Casa di Giulietta ist eine separate Besucherattraktion. Beide sind durch die Erzählung um Julia verbunden, aber organisatorisch eigenständig.
Wie wird der Club finanziert?
Der Club ist eine ehrenamtliche Organisation, die von der Stadt Verona und kleinen Spenden unterstützt wird. Die Freiwilligen tragen ihre eigenen Portokosten. Es gibt kein bezahltes Personal, abgesehen von gelegentlicher administrativer Koordination.
Was ist das häufigste Thema in Julias Briefen?
Romantik und Liebeskummer – etwa 60–70 % der Briefe. Weitere Themen sind Lebensberatung, familiäre Schwierigkeiten, Freundschaftsfragen und reine Fanpost an „Julia“. Etwa 5–10 % sind Briefe von Kindern mit Schulaufgaben oder erdachten Szenarien.